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Installation
Die erste Neuerung, welche dem Anwender ins Auge springt, ist sicherlich
das Setup, welches sich im wesentlichen nur noch in zwei Abschnitte unterteilt.
Im ersten Teil werden vom Benutzer eine Reihe an Informationen abgefragt,
im zweiten Teil erfolgt dann die eigentliche Installation, die dann völlig
ohne Benutzereingaben abläuft.
Verwunderlich ist im ersten Augenblick die relativ kurze Zeit, die bis
zum ersten Anmledevorgang verstreicht. Obwohl Windows Vista nach der Installation
schon mal 4 GB auf der Platte belegt, ist die Installation auf einem einigermaßen
potenten Rechner nach einer halben Stunde erledigt. Ermöglicht wird
dies durch eine Umstellung der Installation auf die Image-Technik. Es
gibt also keinen i386-Ordner mehr auf der Installations-CD, von der jede
Datei einzeln entpackt werden muss. Der Installationsordner auf der DVD
mit dem Namen "source" enthält nicht einmal 100 Dateien.
Von hier wird lediglich ein Image auf den Rechner kopiert, welches durch
die Benutzereingaben und die Treiber aus dem Ordner"drivers"
ergänzt wird.
Aero und Aero-Glass
Die für den Anwender sicher auffälligste Änderung ist aber
die neue Optik unter dem Namen "Aero". Aber erst mit einer DirectX
9 kompatiblen Grafikkarte wird dann auch der "Aero-Glass-Modus"
unterstützt. Erst dieser bietet so nette Featuers wie frei skalierbare
Anwendungsfenster mit Schattenwurf, halbtransparenten Rahmen sowie flüssigen
Animationen beim Minimieren und Maximieren. Besonders nett auch der dreidimensionale
Papierkorb, der sich je nach Datenmenge mit zusammengeknülltem Papier
füllt. Wer keine entsprechende Grafikkarte verbaut hat, bekommt eben
nur den neuen Aero-Skin präsentiert.
WinFX
Der "Aero-Glass-Modus" wird jedoch erst Dank der "Windows
Presentation Foundation"-Technik, besser bekannt unter dem Codenamen
Avalon, möglich. Hierbei handelt es sich um eine neue Technik, Objekte
auf dem Desktop darzustellen indem aufwendige Berechnungen wie z.B. Transparenzeffekte
nicht mit der CPU errechnet werden, sondern Performance-steigernd über
die 3D-Grafikkarte. Dies entlastet die CPU und lässt das System auch
optisch "flüssiger" aussehen.
"Windows Presentation Foundation" ist ein Bestandteil von "WinFX",
einer neuen auf .NET basierenden Programmierschnittstelle, welche die
"Win32-API" ablösen soll. Über die WinFX Schnittstelle
stellt Microsoft den Programmierern Zugriff auf alle Windows Funktionen
zur Verfügung.
Der zweite Hauptbestandteil von "WinFX" ist die unter dem Codenamen
Indigo bekannte "Windows Communikation Foundation", mit der
den Programmierern der einfache Zugriff auf die verschiedensten Netzwerkfunktionen
ermöglicht werden soll. Also der Nachfolger der DCOM-Technik.
Sidebar
Sicherlich nur eine Spielerei, aber dennoch ganz brauchbar umgesetzt ist die neue Sidebar in Vista. Sie enthält schon per Default einige Gadgets und läßt sich dank offenem Standard auch beliebig erweitern.
Desktop-Suche
Deutlich verbessert wurde auch die Suchfunktion von Windows. Die Suche
wertet nun auch Metadaten und Schlüsselwörter aus und dank eines
verbesserten Indizierungs-Dienstes stehen die Suchanfragen sofort zur
Verfügung. Minutenlange Suchvorgänge gehören der Vergangenheit
an. Der Index-Dienst läuft transparent im Hintergrund bzw. nutzt
geschickt die Arbeitspausen und behindert so das normale Arbeiten in keinster
Weise.
Virtuelle Ordner
Auf die neue Desktop-Suche baut eine weitere Neuerung auf.... die virtuellen
Ordner. Ab Werk gibt es schon eine ganze Reihe dieser virtuellen Ordner,
z.B. "All Documents" oder "All Videos". Die virtuellen
Ordner sind nichts anderes als eine gespeicherte Suchabfrage. Wie wir
weiter oben schon erfahren haben, steht die Suchenfrage sofort zur Verfügung,
weshalb sich diese Vorgehensweise also anbietet. Der Ordner "All
Videos" enthält also nicht wirklich Video-Dateien, sondern zeigt
alle Videos als Ergebnis der Suchanfrage an, egal wo sie sich auf der
Platte befinden. Über die Desktop-Suche lassen sich beliebige neue
virtuelle Ordner erstellen. Technisch gesehen besteht ein virtueller Ordner
nur aus einer XML-Datei, welche den Aufruf der Suchanfrage enthält.
Explorer
Die Desktop-Suche und die virtuellen Ordner führen uns geradewegs
zum Windows Explorer. Auch hier hat sich eine Menge getan. Im Arbeitsplatz,
also der Übersicht aller Laufwerke, wird mit übersichtlichen
Balken die Speicherplatzbelegung angezeigt. Aber auch bei Ordnern und
Dateien werden am unteren Rand des Explorers immer die aktuellen Eigenschaften
angezeigt. Die Navigation im Dateisystem wird durch die veränderte
Adressleiste ermöglicht. Hier ist es über DropDown-Menüs
leicht möglich zwischen verschiedenen Ordnern zu wechseln.
Unter der Ordnerleiste blendet des Explorer abhängig von den angezeigten
Dateien die passenden Optionen an. Für Bilder wird so etwa eine
Option zum abspielen einer Diashow angezeigt. Verschwunden ist hingegen
die Menüleiste, die sich aber mit [Alt] aber wieder einblenden läßt.
Internet Explorer
In vista wird nur noch der Internet Explorer 7 installiert. Er wurde ebenfalls deutlich aufgewertet und bietet nun unter anderm auch das von anderen Browsern bekannte Tabbed-Browsing
welches bisher in Windows XP nur über die MSN-Toolbar möglich war, zudem wurde ein Pishingfilter in den Browser integriert. Verbessert wurde zudem die CSS-Kompatibilität und der Support von RSS-Feeds. Auch werden nun halbtransparente PNG-Grafiken sauber unterstützt. Zur Verbesserung der Sicherheit wird der Internet Explorer im sogenannten "Protected Mode" ausgeführt, in dem der Browser mit eingeschränkten Rechten ausgeführt wird. So dürfen die Benutzer nur noch in den Ordner "Temporäre Internetdateien" schreiben. Das versteckte Installieren von schadhafter Software soll damit verhindert werden. Außerdem warnt der neue Browser bei einer Herabstufung der Sicherheitszone.
Der bisherige Email Client Outlook Express wurde duch das neue "Windows Mail" ersetzt, in welches nun auch ein Pishingfilter integriert ist.
User Account Protection
Die "User Account Protection" soll vor allen diejenigen Anwender
schützen, die mit administrativen Rechten auf dem Computer angemeldet
sind. Konfiguriert wird das Ganze über eine entsprechende Management-Konsole, in dem Fall per "%systemroot%\system32\secpol.msc".
Sobald das Feature aktiviert ist, was es per Default ist, wird der Anwender bei systemkritischen
Aktionen nochmals zur Kennworteingabe aufgefordert. Es ist hier sogar
möglich, einen anderen Account auszuwählen. Das Feature läßt
sich auch so konfigurieren, dass man lediglich auf das Sicherheitsrisiko
hingewiesen wird und auf die Kennwortabfrage verzichtet wird.
Systemsteuerung
Auch in der Systemsteuerung hat sich einiges getan ... solange man nicht
die klassische Ansicht verwendet. So wurde die schon aus XP bekannte Einteilung
in Kategorien weiter verbessert. Auch kamen einige neue Funktionen hinzu
wie z.B. die " Windows Parental
Controls", mit denen sich z.B. steuern läßt, welche Spiele
von welchem Benutzerkonto gestartet werden können.
Energiemanagement
Auch in diesem Punkt hat Microsoft einiges getan. So sind zukünftig Zusatztools zur Konfiguration speziell bei Notebooks nicht mehr notwendig. Es lassen sich nun schon von Haus aus z.B. die Displayhelligkeit, Stromversorgung und sogar das Heruntertakten der CPU sehr detailiert einstellen.
Software Firewall
Die Firewall wurde im Vergleich zu Windows XP nochmals aufgewertet. So ist nun auch die Kontrolle des ausgehenden Traffics möglich. Ruft man die Firewalleinstellungen über die Systemsteuerung auf, ist erstmal kein großer Unterschied gegenüber Windows XP zu erkennen, ruft man aber über die Management Konsole (mmc.exe) das Snap-In "Windows Firewall mit erweiterter Sicherheit " auf oder direkt WF.MSC, dann erscheint eine sehr übersichtliche Oberfläche, über die eine Fülle von Einstellungen möglich sind.
Bitlocker
Wer sein System schon beim Startforgang absichern möchte, dem bietet sich "Bitlocker" an.Dieses Tool verschlüsselt das Betriebssystem-Laufwerk sektorbasiert. Es schützt alos sämtliche Daten inklusive Auslagerungsdatei, Speicherabbildern (Hibernation File) und alle Systemdateien. Werden auf dem verschlüsselten Laufwerk Anwendungen installiert, werden auch diese geschützt.
Bitlocker steht allerdings nur in den Vista-Varianten "Enterprise" und "Ultimate" zur Verfügung und verschlüsselt nicht die gesamte Festplatte. Es wird nur die Partition verschlüsselt, auf der vista installiert ist. Eine eventuell vorhandene Datenpartittion wird nicht geschützt. Bitlocker setzt ein Trusted Platform Module (TPM) in der Spezifikation 1.2 voraus.
Bitlocker baut auf dem AES-Standard auf, der mit einer konfigurierbaren Länge von 128 oder 256 Bit und einer Integritätsprüfung der Komponenten beim Systemstart arbeitet.
Weitere Sicherheitsfeatures
Als weiteres Sicherheitsfeature wurde unter anderem "Adress Space Layout Randomization" (ASLR) eingeführt.
Dabei wird diverser Systemcode in zufällig ausgewählte Bereiche des Speichers geladen, wodurch die Wahrscheinlichkeit der Ausnutzung einer Sicherheitslücke weiter sinken soll.
Hinzu kommt die volle Unterstützung des NX-Bit (AMD) bzw. XD-Bit (Intel) von Prozessoren zum Schutz vor Pufferüberläufen und der Spywarekiller "Windows Defender", der das System auch im laufenden Prozess überwachen und scannen kann. einziger Nachteil von Windows Defender ist die automatische Mitgliedschaft in der Community Spynet. Vista überträgt Informationen über gefundene Schädlinge auf einen Windows-Server, um alle Community-Mitglieder zu warnen. Dieses Verhalten ist per Default aktiviert, läßt sich aber deaktivieren.
Backup und Wiederherstellung
Ließen sich unter Windows XP nur einzelne Dateien sichern, bietet Vista nun in den Varianten Business, Enterprise und Ultimate die Möglichkeit einer Komplettsicherung. Außerdem gibt es in diesen Vista-Varianten auch das Feature der "Schattenkopien". Hierbei werden regelmäßig Änderungen auf den Datenträgern erfasst und gesichert. Beim Einrichten eines Systemwiederherstellungspunkts wird wird unter anderem auch Schattenkopien erstellt.
Einen komplett anderen Ansatz geht Microsoft bei der Systemwiederherstellung. Gab es unter Windows XP nur eine schliechte Dos-Konsole als Wiederherstellungsoption, bietet Vista nun eine schicke Windows PE Oberfläche, mit der natürlich ganz andere Optionen möglich sind, unter anderem bis hin zu einem Zurückspielen eines Images.
Weitere Verbesserungen
Außerdem gibt es eine Reihe weiterer zum Teil zwar kleiner aber sinnvollen Verbesserungen:
- XML Paper Specification (XPS, vormals „Metro“) - geräteunabhängiges Dokumentenformat
- Neues, auf XML basierendes Hilfesystem
- Unterstützung von Hybrid-Festplatten mit nicht-flüchtigem Flash-Speicher
- Der bisher von GINA gesteuerte Anmeldeprozess wird nun per ICredentialProvider realisiert
- IPv6-Unterstützung
- Unterstützung des RAW-Formats (Bilddaten von Digitalkameras)
- Symbolische Links, wie sie auf dem UNIX bekannt sind (Verknüpfungen innerhalb des Dateisystems)
- Unterstützung für das Extensible Firmware Interface "EFI", einer Schnittstelle, die das alternde BIOS ablösen soll.
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